20.01.2007
Erstens kommt es anders ...
Der Auftakt zur Faschingssaison begann in diesem Jahr schon so früh, daß wir eigentlich gar nicht so richtig in Faschingslaune waren, als ich mit meinem Kollegen Torsten die Instrumente im Feuerwehrhaus zu Weiterstadt aufbaute. Auch der Umstand, daß wir nach der Fastnachtssitzung mit Teilen unseres Instrumentariums in die Sektbar umziehen sollten, zu der sich nach Programmende die meisten Gäste hingezogen fühlen, warf einen kleinen Schatten auf unsere Spiellaune. Die Spiellaune ist bei uns aber immer so groß, daß auch ein kleiner Schatten kaum etwas auszurichten vermag. Außerdem kommt es erstens immer anders und zweitens als man denkt. So sollte auch es auch an diesem Abend sein.
Das Publikum hatte nämlich Laune. Und was für welche. Die etwa 100 anwesenden "Narren" feierten bereits während dem ersten Titel, unsere Steirische Version von "Hände zum Himmel" wie wild auf Tischen und Stühlen, noch bevor die Sitzung überhaupt richtig begonnen hatte. Wenn das mal kein guter Start war. Die Sitzung selbst wurde zwischen den einzelnen Programmpunkten immer wieder mit einigen Stücken aus unserem Partyprogramm ausstaffiert, was auch sehr ausgiebig zum Tanzen und Abfeiern ausgenutzt wurde.
Wir hatten zuerst das Glück, das wir uns in die Saalanlage einklinken konnten. Aber schnell war klar, das diese für die tobende Menge nicht ausreichte und mit Sicherheit im 2. Programmteil in die ewigen Jagdgründe des Musikanlagenhimmels empor gestiegen wäre. Also ab in der Programmpause an den Bandbus, raus mit der Ersatzanlage und Ruckzuck aufgebaut, so dass wir pünktlich zum 2. Teil die Party und Stimmung weitersteigen lassen konnten.
Das Programm wurde in diesem Jahr vom in Insiderkreisen berühmten "Scheich Schorsch" auf äußerst lockere und sympathische Art moderiert und allein schon die Ansagen und die absurdesten Trinksprüche waren eine Schau für sich. Auch "Es Babettsche" vom Vorjahr war wieder da. Diesesmal waren es allerdings wir selbst, die vor lauter Lachen kaum mehr ihr Programm betuschen konnten. Zum großen Finale begleiteten wir wieder die Gesangsgruppe "Die Florianos", die mit einem Fußballliedermedley auftraten live und in Farbe. Wir spielen bereits seit fast 25 Jahren einmal im Jahr zusammen mit dieser Gruppe und sind schon so gut aufeinander eingeschossen, daß das Programm nach einer einzigen Probe innerhalb von 30 Minuten stand.
Nach der Sitzung sind wir dann nicht wie geplant in die Sektbar umgezogen, sondern haben im Sitzungssaal noch ein wenig Tanzmusik gespielt und uns dann ganz langsam und unauffällig derart nach oben geschaukelt haben, daß am Ende alle die nicht am Boden gekniet haben um "We will Rock you" und "Rockin´ all over the world" zu singen, vor uns standen und wie wild kopfwackelnd Luftgitarrensoli spielten. Da war an einen Umzug natürlich nicht zu denken. Das war aber sowieso nicht unsere Entscheidung, denn das Publikum forderte bis um 03:30 Uhr mit Gesang ("Wir woll´n Euch spielen hör´n") Zugaben, die wir natürlich nur zu gerne erfüllten. Mit einer Maxiversion von "I just can´t get enough" von Depeche Mode verabschiedeten wir uns total abgeschafft, aber ebenso glücklich von unserem tobenden Publikum.
Bleibt nur eines zu sagen. Wenn sich diese Faschingssaison in ihrem Verlauf auch so steigert, wie es in den letzten Jahren war, weiß ich noch nicht so genau, wo das hinführen soll. Aber es kann nur gut werden.
Und allen Lesern dieser Zeilen sei gesagt, kommt alle zu unseren Auftritten zum Feiern und Spaß haben. Das Programm ist gefeilt und Torsten und ich haben Lust auf MEEEEEHR.
Foto: Die Party läuft und Torsten trommelt unsichtbar
Links im Bild: Napoleon Bonaparte mit O.J.Simpson-Haarschnitt

